Stellungnahme zur Impfung gegen Covid-19

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten,

 

da uns immer mehr Anfragen zu einer möglichen Impfung gegen Covid19 erreichen, möchten wir im Folgenden dazu Stellung nehmen.

 

Die Politik hat sich bewusst und gegen viele kritische Stimmen dazu entschieden, die Hausärzte und die Kassenärztlichen Vereinigungen weder in die Planung noch die Durchführung der Impfungen einzubeziehen. Die Impfung erfolgt ausschließlich durch die Länder. Unabhängig vom eklatanten Mangel an Impfstoff halten wir dies sowie die momentane Umsetzung der Impfaktion für einen großen Fehler, da vorhandene Strukturen nicht genutzt werden und vor allem auch die Vertrauensbildung für die Impfung besser gestaltet werden könnte.

 

Aus diesen Gründen und auch unter juristischen Gesichtspunkten können wir daher weder über die Impfung aufklären noch formal eine Impftauglichkeit bescheinigen. Dies muss zwingend durch die impfenden Ärztinnen und Ärzte erfolgen.

 

Von den bisherigen wissenschaftlichen Daten und Erfahrungen mit den zugelassenen Impfstoffen lassen sich folgende Punkte festhalten:

 

  • Wir empfehlen allen unseren Patienten, sich für eine Impfung im Impfzentrum vorzustellen. Bisher gelten nur bekannte Allergien gegen Inhaltsstoffe der Impfung als Kontraindikation. Hinsichtlich der Einnahme von Medikamenten zur Blutverdünnung gibt es unterschiedliche Auffassungen. Die meisten vertreten aber die Ansicht, dass die Medikamente nicht abgesetzt werden müssen. Weisen Sie ggf. bitte die impfenden Ärzte auf die Einnahme hin.

 

  • In der Zulassungsstudie von Comirnaty® (Fa. Biontech) waren nur 4% der Patienten über 75 Jahre. Die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) weist zudem in ihrem „Risk Management Plan“ (RMP) daraufhin, dass für gebrechliche Patienten mit Vorerkrankungen zu wenig Daten vorliegen, um die Sicherheit und Effektivität der Impfung in dieser Gruppe eindeutig beurteilen zu können. Die Verträglichkeit der Impfung scheint aber aufgrund der bisherigen Erfahrungen nicht schlechter als in anderen Patientengruppen zu sein. Auch bezüglich der Wirksamkeit wird derzeit davon ausgegangen, dass die Impfung in dieser Gruppe zu einem ausreichenden Schutz führt.

 

  • Auch für Patienten mit rheumatischen Erkrankungen und einer immunsuppressiven Therapie existieren bisher nur eingeschränkt Daten hinsichtlich der Effektivität. Trotzdem halten wir die Impfung auch in dieser Gruppe für sinnvoll. Aber auch hier ist die abschließende Beurteilung durch die impfenden Ärztinnen und Ärzte zu treffen.

 

Insgesamt stellt die Impfung gegen Covid19 ein wichtiges und dringend benötigtes Instrument gegen die derzeitige Pandemie dar. Alle Informationen, die bisher über die verfügbaren Impfstoffe vorliegen, lassen von einer guten Verträglichkeit und einer hohen Effektivität ausgehen. Wir raten damit generell allen unseren Patienten zu einer Impfung. Die Beurteilung der Impftauglichkeit sowie die Aufklärung muss aber in jedem Fall von den impfenden Ärztinnen und Ärzten durchgeführt werden.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

 

Dr. med. Lucia Joel-Finkenwirth                                                Dr. med. Patrik Finkenwirth

Fachärztin für Innere Medizin und Infektiologie                        Facharzt für Innere Medizin

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